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01.12.2014 19:51
Von: Alexander Eckert

Übermacht aus Übersee

Das Siegerpodest beim 33. internationalen A-Jugend Damenflorett-Turnier um den Pokal der Sparkasse Tauberfranken war fest in amerikanischer Hand. Platz eins, zwei und drei machten die Athletinnen aus den USA unter sich aus. Lokalmatadorin Leonie Ebert landete auf Rang fünf.

Fotos: Alexander Eckert

Es war wie ein Heimspiel in der Fremde für die jungen Florettfechterinnen aus den USA: Drei von vier Finalistinnen trugen die amerikanischen Farben auf ihrem Fechtanzug: Morgan Partridge, Sylvie Binder und Stefani Deschner liefen unter dem Beifall der rund 800 Zuschauer in die Finalhalle des Olympiastützpunktes Tauberbischofsheim ein. Einzig Flora Pasztor aus Ungarn unterbrach die rot-weiß-blaue Phalanx. Im Finale waren dann die Gäste aus den USA unter sich. Morgan Partridge und Sylvie Binder lieferten sich ein von Anfang an spannendes Gefecht. Beide hatten in den K.O.-Runden bereits ein Gefecht verloren, sich über den Hoffnungslauf zurückgekämpft und waren fest entschlossen, den ersten Platz für sich zu verbuchen. Erst mit dem letzten Treffer war klar, wer den Siegerpokal aus den Händen von Peter Vogel, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Tauberfranken, erhalten wird. Mit 15:14 hatte sich Binder knapp gegen ihre Landsfrau durchgesetzt.

Auf die Frage von Moderator Michael Drevenstedt, was denn ausschlaggebend für den Sieg war, hatte die selbstbewusste Florettfechterin aus den USA die passende Antwort: "Immer an sich selbst glauben."

Das tat auch Lokalmatadorin Leonie Ebert. Ohne eine Niederlage und mit hohen Siegen hatte sie eine Konkurrentin nach der anderen von der Bahn gefegt. Ab 13 Uhr stand dann auch Frauen-Florett-Bundestrainer Andrea Magro bei ihr neben der Planche, er war extra vom AKtiven-Weltcup in Turin zurückgeeilt. Kein Moment zu früh, denn mit Sylvie Binder lieferte sich sein "kleiner Tiger", wie Magro Leonie Ebert liebevoll nennt, ein hartes Gefecht, dass sie erst im "sudden death" 10:9 für sich entscheiden konnte. Dann traf sie auf Stefani Deschner, ihre Finalgegnerin aus dem vergangenen Jahr. Erst nach und nach fand die FC-Athletin ein Konzept gegen die US-Amerikanerin, den anfänglichen Rückstand konnte sie jedoch bis zum Ende nicht mehr aufholen und musste sich 12:15 geschlagen geben. Letztlich erreichte sie als beste Tauberbischofsheimerin den 5. Platz in dieser 33. Auflage des Sparkassen-Cups.

Die Chance auf den Gewinn dieses A-Jugend-Turniers muss die 15-Jährige deswegen noch nicht abhaken. Nächstes Jahr darf sie nach 2013 und 2014 noch einmal antreten. Bekanntlich sind aller guten Dinge ja drei. Wenn es nach Ebert geht, dann aber nicht mehr gegen Stefani Deschner, wie sie im Interview nach dem Turnier bereits wieder mit einem leichten Schmunzeln sagen konnte. Immerhin: Dass sie mit den Besten mithalten kann hat sie auf diesem zweitägigen Turnier bewiesen. Beim Gruppenfoto von der Siegerehrung stand sie ganz nah bei Gewinnerin Sylvie Binder, eben jene, die sie zuvor im Viertelfinale 10:9 bezwingen konnte.